8. September 2026
Weniger Förderung, weniger Vorlesen: LeseWelten warnt vor Folgen der städtischen Kürzungen für Kölner Kinder

Weniger Förderung, weniger Vorlesen: LeseWelten warnt vor Folgen für Kölner Kinder.
Drohender Wegfall gefährdet regelmäßiges Vorlesen – LeseWelten appelliert an die Verantwortlichen der Stadt Köln
LeseWelten steht aufgrund der von der Stadt Köln geplanten Kürzung seiner Förderung vor großen Herausforderungen. Der aktuell vorgelegte Haushaltsentwurf 2027/2028 der Stadt sieht den Wegfall der Förderung von bisher jährlich 50.000 Euro vor. Die städtischen Mittel bilden die finanzielle Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Vorlese-Initiative der Kölner Freiwilligen Agentur e.V. LeseWelten fordert die Stadt Köln auf, die geplante Kürzung, wenn nicht sogar Streichung, zurückzunehmen und die bisherige Förderung fortzusetzen.
Derartig drastische Kürzungen sind besonders alarmierend in einer Zeit, in der eigentlich die Stärkung der Bildung wichtiger ist denn je. Die neueste PISA-Studie zeigt: „Deutsche Schüler:innen sind so schlecht wie nie!“. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die PISA-Studie koordiniert, schaut mit großer Besorgnis gerade auf die Lesefähigkeit. Denn Lesen stellt die grundlegende Fähigkeit für fast alles weitere Lernen dar.
(Quelle: tagesschau.de)
880 Kinder profitieren jede Woche
LeseWelten erreicht wöchentlich rund 880 Kinder in 110 Kölner Einrichtungen. 200 ehrenamtliche, literaturpädagogisch geschulte Vorleser:innen lesen regelmäßig in Kitas, Grundschulen, Unterkünften für Geflüchtete, Museen und Bibliotheken vor, bei Stadtteil- und Vorlesefesten sowie bei Aktionen und speziellen Projekten wie Vorlesen in Förderschulen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Stadtteilen mit erhöhtem Entwicklungspotential. In Organisationsteams kümmern sich weitere 76 Ehrenamtliche z.B. um neue Vorleseeinrichtungen, werben Spenden ein und Sponsoring-Partner, planen neue LeseWelten-Aktivitäten und sind bei öffentlichen Events im ganzen Kölner Stadtgebiet aktiv. Zwei hauptamtliche Teilzeitkräfte koordinieren und begleiten dieses Engagement professionell. Diese gewachsenen Strukturen und die kontinuierliche pädagogische Begleitung sind entscheidend dafür, dass sich viele Ehrenamtliche über Jahre bei LeseWelten engagieren.
„Damit unsere kostenlosen Vorlese-Angebote verlässlich stattfinden können, brauchen wir eine verlässliche Finanzierung“, sagt Franziska Kopp, Leitung von LeseWelten. „Die voraussichtlich geplante Streichung gefährdet unsere Arbeit essentiell.“
Vorlesen schafft Bildungschancen
LeseWelten schließt in Köln eine große Lücke: In Kitas und Grundschulen fehlen Personal und Zeit, und laut einer Untersuchung der Stiftung Lesung lesen mehr als ein Drittel der Eltern ihren Kindern selten oder gar nicht vor.
„In unseren Vorlesestunden lesen wir nicht einfach nur spannende oder lustige Geschichten vor. Die Kinder werden einbezogen, stellen Fragen, erzählen eigene Erlebnisse, hören einander zu“, sagt Franziska Kopp. „So werden Sprachverständnis geschult, Wortschatz bereichert, Fantasie angeregt und soziales Verhalten wie Mitgefühl, Rücksicht und Zusammenhalt eingeübt – wichtige Kompetenzen für den weiteren Lebensweg.“
Die Fördermittel der Stadt Köln sind dafür zentral: Sie finanzieren die Gehälter der Hauptamtlichen, die Qualifizierung der Ehrenamtlichen, Materialien für die Vorlesestunden, Öffentlichkeitsarbeit und Gemeinkosten. Ein Ausbleiben der Förderung hätte unmittelbare Folgen für Kölner Kinder und Bildungseinrichtungen: keine neuen Vorleserinnen und Vorleser, keine neuen Qualifizierungsmaßnahmen, keine weiteren Vorlesestunden.
LeseWelten appelliert an die Stadt Köln
LeseWelten fordert die Verantwortlichen der Stadt Köln auf, die geplante Kürzung zurückzunehmen und die Förderung fortzusetzen. So nimmt die Stadt Köln ihre Verantwortung für die Bildung der Kölner Kinder wahr und sichert den Fortbestand eines bedeutenden ehrenamtlichen Projekts.
„Wer bei der Bildung für Kinder spart, spart am falschen Ende“, betont LeseWelten-Leiterin Kopp. „Für unsere Gesellschaft werden die Folgen fehlender Sprach-, Lese- und sozialer Kompetenzen weitaus teurer als heute die Fördermittel.“
Was könnt ihr jetzt tun?
Hier sind einige Möglichkeiten, wie ihr LeseWelten aktiv unterstützen könnt:
- Weitertragen: Erzählt eurem Umfeld von der aktuellen Lage! Teilt diese Rundmail und unsere Social Media Aktivitäten dazu.
- Demo: Lauft mit an unserer Seite! Begleitet uns zur nächsten Demo. Termine geben wir über Social Media und hier bekannt.
- Leserbriefe & Kontakte: Schreibt einen Leserbrief an den KSTA oder die Rundschau, nutzt vorhandene Medien- und Politikkontakte, um auf die Lage aufmerksam zu machen. Wir freuen uns auch, wenn ihr uns wichtige Kontakte aus eurem Netzwerk weiterleitet.
- Austausch & Spenden: Kommt zu unseren Events! Bringt eure spendenfreudigen Freund:innen und Bekanntem mit zum Spendenlauf am kommenden Sonntag, dem 13.09.2026, in den Stadtwald! Hier machen wir auch ein gemeinsames Protest-Foto.
Gemeinsam können wir diese Herausforderung meistern und LeseWelten als festen Bestandteil der Kölner Engagementlandschaft erhalten. Danke, dass ihr an unserer Seite steht!
Herzliche Grüße und vielen Dank für eure Unterstützung
Johanna, Steffi, Franziska und Liesbert


