23. November 2023

Stärkung der Kinderrechte durch Projektförderung der Aktion Mensch

Voller Freude teilen wir mit, dass LeseWelten ab 2024 ein weiteres spannendes Projekt startet: „Habe ich die gleichen Rechte wie Pippi Langstrumpf? Ein partizipatives Projekt für Kinder zur Stärkung der Kinderrechte“. Dank der großzügigen Förderung der Aktion Mensch wird dieses Vorlese-Projekt im offenen Ganztagsbereich an Grundschulen im Bezirk Kalk ab dem kommenden Jahr umgesetzt.

In dem Projekt werden Kinder durch das Vorlesen ausgewählter Bücher mit ihren in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Rechten vertraut gemacht. In diesem Projekt wollen wir die zehn wichtigsten Kinderrechte gemeinsam mit den Kindern thematisieren: Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Spiel & Freizeit, freie Meinungsäußerung & Beteiligung, Schutz vor Gewalt, Zugang zu Medien, Schutz der Privatsphäre & Würde, Schutz im Krieg & auf der Flucht sowie besondere Fürsorge & Förderung bei Behinderung. Denn: Jedes Kind hat Rechte und nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern sowie die Rechte anderer anerkennen und achten. Den Kindern soll am Ende des Projektes klar sein, dass alle Kinderrechte uneingeschränkt für jedes Kind gleichermaßen gelten, egal wo es herkommt, welches Geschlecht es hat, welcher Religion es angehört oder ob es eine Behinderung hat oder nicht.

Ein weiteres Ziel ist die Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Kinder im Rahmen der Förderung von Beteiligung und Demokratieverständnis. Damit soll der Grundstein gelegt werden, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und dieses aktiv mitzugestalten. Die Kinder setzen sich mit Themen auseinander, die sie bewegen und lernen, darüber zu diskutieren. Grundsätzlich lernen die Kinder, dass ihnen zugehört wird und sie sich an Entwicklungen, die sie betreffen, beteiligen können. Die Kinder merken, dass sie mit den aktuellen Themen nicht alleine gelassen werden, sondern dass es den Erwachsenen wichtig ist, was sie denken, fühlen und sich wünschen.

Um die Kinder zusammen mit unseren Kooperationspartnern und Trägern des offenen Ganztags in einem wöchentlich stattfindenden Gruppenangebot über ihre in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Rechte zu informieren, wird aus altersentsprechender und partizipativ ausgewählter Literatur vorgelesen, welche einzelne Kinderrechte behandelt. Beim Vorlesegespräch wird nach der Meinung der Kinder gefragt, wodurch sie sich intensiv mit den einzelnen Kinderrechten beschäftigen und diese spielerisch kennenlernen. Passende gemeinsame Aktionen nach dem Vorlesen vertiefen die Inhalte. So wird der Lernprozess z.B. durch Befragungen von Expert:innen oder die Einführung eines „Meckerkastens“ bis hin zur möglichen Gründung eines Kinderrates vertieft und damit der Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder hergestellt.

So werden gemeinsam neue Perspektiven entdeckt und die Kinder lernen, dass alle Kinder Rechte haben. Sie können die Inhalte mitbestimmen und selbst umsetzen. Damit erfahren die Kinder Selbstwirksamkeit und Wertschätzung. Über die Kombination von literaturpädagogischen und partizipativen Methoden werden die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder sowie die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gestärkt. Zudem wird nebenher die Sprach- und Lesekompetenz gefördert, was zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen kann.

Ein Beispiel für ein Kinderrecht wäre das „Recht auf Bildung“: Geht Pippi Langstrumpf zur Schule? Wie sieht ihr Schulweg aus? Welche Unterschiede gibt es zwischen dem eigenen Schulweg zu dem von Kindern in anderen Ländern? Die Ideen könnten bspw. mittels gemalter Bilder in einer Collage festgehalten und für alle Schüler:innen ausgestellt werden. Ein weiteres Recht besagt, dass Kinder mit Beeinträchtigungen besonders gefördert werden sollen. Wie sieht der Weg eines auf einen Rollstuhl angewiesenen Kindes zur Schule aus? Kann jenes Kind das „Recht auf Spiel und Freizeit“ gut umsetzen? Wie funktioniert Rollstuhl-Basketball? Dies könnten die Kinder z.B. bei einem Ausflug zum Deutschen Sport & Olympia Museum erfahren.

Die Informationen, Aktionsmöglichkeiten und kreativen Ergebnisse zu den einzelnen Kinderrechten werden in einer „Kinderrechtebox“ gesammelt, sodass weitere Kindergruppen mit dem Material arbeiten und das Thema nachhaltig erfahren können.

Die Teilnahme an dem Projekt ist für die Kinder der insgesamt fünf Gruppen freiwillig. Das zusätzliche Angebot außerhalb des regulären Unterrichts findet jeweils über ein Schuljahr statt und umfasst eine Laufzeit von 2,5 Jahren an OGS Standorten im Sozialraum des Stadtbezirks Kalk. Wir freuen uns sehr, Perspektive Bildung e.V. als Kooperationspartner gewonnen zu haben. Kooperationen mit weiteren Trägern sind möglich.

Die ehrenamtlichen Vorleser:innen werden im Vorfeld in der Methode des „Dialogischen Vorlesens“ geschult und durch pädagogisches Fachpersonal begleitet. Diese bei LeseWelten übliche literaturpädagogische Methode aus der Sprach- und Leseförderung führt zu einer gleichberechtigten Kommunikation zwischen den Kindern und Vorleser:innen und trägt dazu bei, dass die Kinder ihre Rechte kennenlernen und sich in der Durchsetzung üben. Darüberhinaus bietet LeseWelten Fortbildungen zum Thema Kinderrechte und zu weiteren literaturpädagogischen Fragestellungen an. Zudem haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit, in regelmäßigen Austauschtreffen offene Fragen zu klären und sich zu vernetzen.

Wir sind überwältigt und dankbar für die Förderzusage der Aktion Mensch bis Ende August 2026 und freuen uns auf die Umsetzung des Projekts.

Du möchtest die Umsetzung des Projekts unterstützen und dich mit einer Spende an dem aufzuwendenden Eigenanteil beteiligen? Danke!

Du möchtest dich ehrenamtlich als Vorleser:in in dem Projekt engagieren? Dann registriere dich jetzt als interessierte:r Ehrenamtliche:r!