Ein neues Vorleseprojekt vermittelt Grundschulkindern Kinderrechte 

Im Kölner Stadtbezirk Kalk setzen ehrenamtliche LeseWelten-Vorleser:innen das von der Aktion Mensch geförderte Modellprojekt um  

Zusammenfassung 

  • Kindgerechte Vermittlung der Kinderrechte: Grundschulkinder lernen durch Vorlesen, Gespräche und kreative Aktionen ihre in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte kennen, verstehen deren Bedeutung und können sie im Alltag anwenden. 
  • Stärkung von Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit: Die Kinder gestalten die Vorlesestunden aktiv mit, üben ihre Meinung zu äußern und Verantwortung zu übernehmen. 
  • Nachhaltige Umsetzung durch geschulte Ehrenamtliche und Projektstruktur: LeseWelten-Vorleser:innen werden pädagogisch begleitet, Materialien wie die Kinderrechtebox sichern den späteren Transfer und die Förderung durch Aktion Mensch garantiert die Durchführung. 

LeseWelten, die Vorlese-Initiative der Kölner Freiwilligen Agentur e.V., startete 2024 das Projekt „Habe ich die gleichen Rechte wie Pippi Langstrumpf?". Es soll Kindern ihre in der "Konvention über die Rechte des Kindes" der Vereinten Nationen (UN-Kinderrechtskonvention) festgeschriebenen Rechte vermitteln und sie darin stärken. Dank der großzügigen Förderung der Aktion Mensch setzen wir das Kinderrechte-Projekt seit Frühjahr 2025 im offenen Ganztag an Grundschulen im Bezirk Köln-Kalk mit unseren ehrenamtlichen Vorleserinnen und -vorlesern um. 

Kinder lernen ihre Rechte kennen und verstehen ihren Wert 

Im Projekt lernen die Grundschülerinnen und -schüler durch das Vorlesen ausgewählter Bücher die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte kennen. Zehn zentrale Kinderrechte stehen im Mittelpunkt und werden mit den Kindern thematisiert: Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Beteiligung, Schutz vor Gewalt, Zugang zu Medien, Schutz der Privatsphäre und Würde, Schutz im Krieg und auf der Flucht sowie besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung. Die Kinder sollen verstehen, dass diese Rechte für alle Kinder gleichermaßen gelten – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder einer Behinderung. Denn: Wer seine Rechte kennt, kann sie einfordern und die Rechte anderer respektieren. 

Mit dem Projekt fördern wir zudem die Beteiligung und das demokratische Verständnis der Kinder. Sie lernen, ihre eigenen Themen einzubringen, darüber zu sprechen und sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und dieses aktiv mitzugestalten. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Erwachsene ihre Meinungen ernst nehmen und ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche wichtig sind. 

Vorlesestunden verbinden Bücher mit Gesprächen und Aktionen 

In wöchentlichen Gruppen lesen unsere Vorleserinnen und Vorleser gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Bücher, die einzelne Kinderrechte aufgreifen. Die Kinder wählen die Literatur mit aus, sie gestalten die Inhalte der Vorlesestunden mit und setzen eigene Ideen um. Sie diskutieren miteinander über die Geschichten, äußern ihre Meinungen und setzen sich spielerisch mit den Inhalten auseinander. Gemeinsame Aktionen wie Umfragen, ein „Meckerkasten" oder die Gründung eines Kinderrats vertiefen das Verständnis und stellen den Bezug zum Alltag der Kinder her. 

Durch die Verbindung von Vorlesen und Mitbestimmung stärken sie ihre Persönlichkeit und bringen ihre Vorstellungen aktiv ein. Dabei erleben sie Selbstwirksamkeit und erfahren Wertschätzung.  Gleichzeitig verbessern sie ihre Sprach- und Lesefähigkeiten, wodurch sich ihre Bildungschancen erhöhen. 

Ein Beispiel ist das Recht auf Bildung: Geht Pippi Langstrumpf zur Schule? Wie kommt sie dorthin? Die Kinder vergleichen ihren eigenen Schulweg mit dem von Kindern in anderen Ländern. Sie halten ihre Eindrücke zum Beispiel in gemalten Bildern oder Collagen fest. Auch das Recht auf besondere Förderung bei Behinderung wird thematisiert: Wie erreicht ein Kind im Rollstuhl die Schule? Kann es sein Recht auf Freizeit ausüben? Wie läuft Rollstuhl-Basketball ab? Diese Fragen können die Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch im Deutschen Sport- und Olympiamuseum erkunden. 

Die Kinderrechte-Boxen halten Ergebnisse fest und sorgen für Nachhaltigkeit 

Die Informationen, Aktionen und kreativen Ergebnisse zu den einzelnen Kinderrechten werden in „Kinderrechte-Boxen" gesammelt. So können weitere Kindergruppen das Material später nutzen und ihre Rechte kennenlernen. 

Die Teilnahme an dem Projekt ist für die Schülerinnen und Schüler der insgesamt fünf Gruppen freiwillig. Das zusätzliche Angebot außerhalb des regulären Unterrichts findet jeweils über ein Schuljahr statt und umfasst eine Laufzeit von 2,5 Jahren an Offenen Ganztagsschulen im Sozialraum des Stadtbezirks Kalk. Wir freuen uns sehr, Perspektive Bildung e.V. als Kooperationspartner gewonnen zu haben. Kooperationen mit weiteren Trägern sind möglich. 

Ehrenamtliche werden geschult und fachlich begleitet 

Unsere LeseWelten-Vorleserinnen und Vorleser werden im dialogischen Vorlesen geschult und erhalten zu diesem Projekt eine spezielle pädagogische Begleitung. Die Methode des dialogischen Vorlesens fördert den Austausch auf Augenhöhe und hilft den Kindern. In regelmäßigen Treffen können sich die Ehrenamtlichen austauschen und Fragen klären. 

Dank der Förderung durch Aktion Mensch ist das Projekt gesichert 

Wir sind dankbar für die Förderzusage der Aktion Mensch bis Ende August 2026 und freuen uns über die Umsetzung des Projekts.