10. November 2022

Was ist eigentlich Kunst? LeseWelten im Museum Ludwig am 30.10.2022

Ist etwas Kunst, weil es im Museum hängt? Oder ist etwas Kunst, weil ein Mensch behauptet, Künstler zu sein und damit Kunst zu schaffen? Was Kunst ist, möchte „Mia im Museum“ herausfinden. In der Geschichte, die Andrea Böttcher an einem sonnigen Sonntag im Oktober sieben kleinen Gästen im Museum Ludwig vorlas, geht es um die Suche nach einer Antwort. Mia begegnet dabei komischen Sachen, die später bei der Führung eine Rolle spielen sollten.

Bei Kunst, so heißt es jedenfalls im Buch, kommt es immer darauf an, wie man sie betrachtet. Und diesen Gedanken griff Guide Mira Parthasarathy mit den Kindern in der Pop-Art Abteilung des Museum Ludwig auf. Pop-Art, so erklärte die Museumspädagogin anschaulich, behandele Gegenstände der Alltagskultur, weshalb manche Sachen so aussehen, als wenn sie aus dem Supermarkt kommen. Kindgerecht vermittelte Mira, dass es sich etwa bei den weißen Brillo-Kartons von Andy Warhol nicht um bedruckte Pappkisten handele, sondern um mit Hand gestaltete Holzblöcke, die echten Kartons aus einer Fabrik täuschend ähnlich sehen.

Auch vor den blauen Bildern von Yves Klein fand ein lebhafter Dialog statt: Welches der beiden Exponate besser gefiel (das mit den Schwämmen) war schnell klar, dass das „einfach blaue Bild“ auch mit Schwämmen gefertigt, die Farbe vom Künstler gemeinsam mit einem Apotheker entwickelt und das Ergebnis von den Menschen dann leider als langweilig bezeichnet wurde, nahmen nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Begleitpersonen überrascht und interessiert zur Kenntnis. Nach einem weiteren Stopp bei den Datumsbildern des japanischen Künstlers On Kawara wies Mira auf Bilder hin, die wie Krickelkrakel aussehen, einfach bunt ohne erkennbares Motiv. Ein rasch mit Kreppband auf dem Boden markierter Rahmen wurde nun zum „Malgrund“ für die Kinder. Mit Begeisterung warfen sie auf Kommando bunte Schnüre hinein, die dadurch wilde Muster auf dem Fußboden erzeugten. Schnell erkannten die Kinder Figuren darin und deuteten sie als Elch oder Krokodil …

Jetzt waren sich die Kinder einig: „Ja, das ist auch Kunst!“

Alles in allem war es für uns ein spannender Vormittag. Nun können wir? loslegen und die gelernten Ideen und Methoden in unseren Vorlesestunden anwenden. Unser Ziel dabei wie immer: Kinderaugen zum Strahlen bringen und ihnen die wunderbare Welt der Bücher eröffnen.

Fortbildungen und Workshops wie im Rahmen dieses besonderen Ausflugs sind fester Bestandteil der ehrenamtlichen Tätigkeit bei LeseWelten und dienen fortlaufenden Qualifizierung der Vorleser:innen. Der Ausflug ins Bilderbuch wird allen ganz besonders in Erinnerung bleiben und sicherlich im nächsten Jahr wiederholt.

Einmal im Monat lesen wir in Kooperation mit dem Museumsdienst Köln an einem Sonntag um 15:00 Uhr in einem städtischen Museum in Köln vor. Eine Museumspädagogin des Museumsdienstes Köln begleitet die Veranstaltung und zeigt ausgewählte Exponate, die zu den vorgelesenen Geschichten passen. So erfahren die kleinen Zuhörer*innen, dass man spannende, heitere oder phantasievolle Geschichten nicht nur hören sondern auch sehen kann.

Fotos und Bericht: Annette Sperling und Agid Jumpertz